Als der zweite Weltkrieg zuende ging, war ich 19 Jahre alt. Nun sollte endlich ein neues Leben beginnen. Und so ging ich zwei Jahre später ins Ausland. Erst nach Dänemark, wo ich eine Schule besuchte und dann nach Schweden, um eine Stelle als Köchin anzunehmen. Ich hatte nur einen Gedanken, nämlich endlich etwas aus meinem Leben zu machen. Ich wollte Geld verdienen, etwas lernen und eine Familie gründen. Das mit dem Geldverdienen klappte nicht so, aber gelernt habe ich viel und 1950 heiratete ich. Zwei Jahre später wurde mein erster Sohn geboren. Nach drei Jahren kam dann auch der zweite. Außer mich um meine Familie zu kümmern, half ich meinem Mann in seinem Beruf. Mein Leben bestand vor allem aus Arbeit, wenig Schlaf und vielen Sorgen. Zeit, um über die Gesetzmäßigkeiten der Natur und über Gott nachzudenken, hatte ich keine mehr, oder besser gesagt, ich nahm sie mir nicht. Ich dachte, ich käme ohne sie aus. Ich wollte so leben, wie alle Menschen, die ich kannte. Sich etwas leisten können, sich amüsieren und jedes Jahr in den Urlaub fahren. Dafür strampelte ich mich ab. Natürlich hatte ich auch meine Hobbies. Ich lernte mehrere Sprachen und nahm an einem Nähkurs teil. Glücklich war ich aber nicht, wusste aber nicht, was genau der Grund war. Ich dachte, die Umstände seien daran schuld. Und vor allem die anderen Menschen. Auf die Idee, dass ich dabei war, mich selber zu verlieren, kam ich gar nicht. Von meinen Prinzipien, von all dem, an das ich früher geglaubt hatte, war nichts mehr übrig geblieben. Das heißt, ich hatte mein eigentlches Wesen mit meinem frenetischen Leben zugemüllt. Selbst die wunderbare Heilung meines Schwiegervaters durch das Kohlblatt brachte mich nicht zur Besinnung. Und so kam dann eines Tages die Rechnung: Eine zerrüttete Ehe und ein Neuanfang mit meinen Kindern in einem fremden Land. Es war sehr dunkel geworden in mir und in dieser Finsternis lebte ich zwei Jahre lang. Bis mir plötzlich klar wurde, was ich verloren hatte. Meinen Glauben an Gott und meine Verbindung zu ihm. Es war der Kohl mit seinen fast unerschöpflichen Heilkräften, der mir die Augen öffnete. Darüber berichte ich im nächsten Kapitel. |